Klinik für diagnostische und interventionelle
Radiologie und Nuklearmedizin

Chefarzt Prof. Dr. Matthias Bollow
Augusta-Kranken-Anstalt gGmbH
Bergstraße 26 - 44791 Bochum
Tel.: 0234 / 517-2753


Beckenbodenprobleme - Bilddiagnostik der Frau - Patienteninfo

Miktionsbeschwerden / Harninkontinenz / Deszensus urogenitalis

Bei diesen Beschwerden wird die Betreuung durch einen Gynäkologen oder Urologen empfohlen.
Für die genannten Krankheitsbilder kann im Einzelfall nach Empfehlung durch einen Gynäkologen eine Spezialuntersuchung notwendig sein. Im Institut für Radiologie werden seit Jahren folgende auf die Bedürfnisse der zuweisenden Gynäkologen und Urologen abgestimmten Spezialuntersuchungen angeboten:

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Doppelballonurethrographie

Indikationsstellung für die Doppelballonurethrographie ist die Unterscheidung von paraurethralen Zysten und Urethradivertikeln sowie die Darstellung von Urthrafisteln.

Untersuchungsablauf:
Die Untersuchung findet auf einem Durchleuchtungstisch statt. Unter sterilen Bedingungen wird der Patientin ein Harnblasenkatheter gelegt. Der hierfür eingesetzte Doppelballonkatheter hat nicht nur einen Ballon, der in der Harnblase geblockt wird, sondern einen zweiten, der von außen über den liegenden Katheter gegen die äußere Harnröhrenöffnung gedrückt werden kann (Skizze). Es werden beide Ballons geblockt. Der innere wird gegen die innere Harnröhrenöffnung gezogen, der äußere von unten gegen die äußere Harnröhrenöffnung gedrückt. Hierdurch ist ein Verschluß der natürlichen Harnröhrenöffnungen gegeben. Ein jetzt unter leichtem Druck in die Harnröhre instilliertes Kontrastmittel kann nicht herauslaufen und eine Kontrastierung der Harnröhre ist so möglich. Im Falle von Harnröhrendivertikeln und Fisteln kommt es zu einem Kontrastmittelübertritt in das Harnröhrendivertikel oder in die Fistel, die durch diese Methode dargestellt werden können.
Die Untersuchung ist unangenehm, jedoch nicht schmerzhaft. Eine Prämedikation oder Beruhigung ist nicht erforderlich.

Risiken:
Einsatz von Röntgenstrahlen, mögliche Zystitis.
Die Untersuchung dauert mit Vorbereitung ca. 30 Minuten.

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Miktionszystourethrographie

Indikation:
Darstellung der Harnblase, der Harnröhre, Darstellung des Miktionsablaufes sowie Detektion eines vesikoureteralen Refluxes.

Untersuchungsablauf:
Die Untersuchung wird auf einem Durchleuchtungstisch durchgeführt. Vor der Untersuchung wird unter sterilen Bedingungen ein dünner Katheter in die Harnblase eingelegt. Über diesen Katheter wird vorgewärmtes Kontrastmittel in die Harnblase instilliert. Die Füllung der Harnblase erfolgt bis die Patientin starken Harndrang verspürt. Es werden unter leichter Rotation mehrere Röntgenaufnahmen gemacht, um die Form und Lage der Harnblase zu beurteilen. Anschließend werden im Stehen Aufnahmen beim Wasserlassen durchgeführt, um den Harnröhrenverlauf und deren Lagebeziehung zur Harnblase zu beurteilen. Zusätzlich kann in dieser Untersuchung beurteilt werden, ob ein vesikoureteraler Reflux vorliegt.

Risiken:
Einsatz von Röntgenstrahlen, mögliche Zystitis.
Die Untersuchung dauert mit Vorbereitung ca. 30 Minuten.

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MRT des Beckenbodens und des kleinen Beckens

Indikation:
Darstellung morphologischer Veränderungen, die ursächlich sein können für eine vorliegende Harninkontinenz, z. B. eine Veränderung des muskulären Beckenbodens, eine Veränderung von Faszien im Becken und eine Veränderung der Harnröhre, Harnblase und des Rektums. Zusätzliche funktionelle Untersuchungen beim Pressen und Kneifen ermöglichen eine Beurteilung der Beckenbodenfunktion. Zusätzlich können bei dieser Untersuchung ein Deszensus der Harnblase, des inneren Genitale und des Rektums dargestellt werden.

Untersuchungsablauf:
Die Patientin wird im MRT in Rückenlage mit einer Knierolle gelagert. Die Untersuchung wird mit einer Body-phased-array-Spule durchgeführt. Es werden Bilder in drei Ebenen durchgeführt. Eingesetzt werden T2-gewichtete und protonendichtegewichtete Sequenzen. Eine zusätzliche Gabe von Kontrastmittel oder anderen Medikamenten ist nicht erforderlich. Für Patientinnen, die an Platzangst leiden, ist eine Gabe eines milden Beruhigungsmittels möglich.

Kontraindikationen:
Herzschrittmacher, Metallimplantate, Metallsplitter und ähnliches, ausgeprägte Platzangst.

Risiken:
Unter Beachtung der Kontraindikationen keine Risiken.
Die Untersuchung dauert 30 Minuten.

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