Klinik für diagnostische und interventionelle
Radiologie und Nuklearmedizin

Chefarzt Prof. Dr. Matthias Bollow
Augusta-Kranken-Anstalt gGmbH
Bergstraße 26 - 44791 Bochum
Tel.: 0234 / 517-2753

Perkutane Alkoholablation (Percutaneous Ethanol Injection Therapy PEIT) von Tumoren

Bei der Alkoholablation wird der zu behandelnde Tumor mit hochprozentigem Alkohol verödet. Der Tumor wird mit einer oder mehreren feinen Nadeln unter CT- und Durchleuchtungs-Kontrolle in örtlicher Betäubung anpunktiert. Bei korrekter Nadellage erfolgt die Injektion von 95%igem Alkohol, der mit Kontrastmittel und Betäubungsmittel vermischt wird, in das Zentrum des Tumors. Durch die Zugabe von Kontrastmittel ist jederzeit unter Durchleuchtung und in der CT eine lokale Kontrolle des mit Alkohol injizierten Gewebes möglich. Je nach Gewebebeschaffenheit, Tumortyp und Lokalisation variiert die Menge des Alkohols zwischen 5 und 20 ml. Bei größeren Tumoren kann eine Wiederholungsbehandlung erforderlich werden. Die Wirkung des Alkohols basiert auf Austrocknungen von Zellen, Denaturierungen von Eiweißen und Thrombosen kleinster Gefäße. Die Folge ist eine Koagulationsnekrose, die anschließend vom Körper abgebaut wird und vernarbt. Diese Technik hat sich insbesondere beim Leberzellkarzinom synonym hepatozellulären Karzinom (HCC) bewährt, da dieses über eine Tumorkapsel verfügt und sich der Alkohol homogen innerhalb des Tumors verteilen kann (Abb. 1.1. a-i).

Abb. 1.1. a-e: CT- und DL-gesteuerte PEIT eines HCC subphrenisch im Segment VIII des rechten Leberlappens: a) CT-gesteuerte Punktion des HCC mit einer 20 G-Franseen-Nadel b) CT-gesteuerte Injektion eines Alkohol-Xylocain-Kontrastmittel-Gemisches c) Dokumentation der Verteilung des Alkoholgemisches innerhalb der Tumorkapsel d) Durchleuchtungssteuerung (C-Bogen am CT) der Nadel unterhalb der Zwerchfellkuppe e) DL-gesteuerte Injektion des Alkoholgemisches.

CT-gesteuerte Punktion des HCC mit einer 20 G-Franseen-Nadel  CT-gesteuerte Injektion eines Alkohol-Xylocain-Kontrastmittel-Gemisches   Dokumentation der Verteilung des Alkoholgemisches innerhalb der Tumorkapsel
Abb. 1.1. a  Abb. 1.1. b  Abb. 1.1. c

Durchleuchtungssteuerung (C-Bogen am CT) der Nadel unterhalb der Zwerchfellkuppe   DL-gesteuerte Injektion des Alkoholgemisches
Abb. 1.1. d  Abb. 1.1. e 

Abb. 1.1. f-i: Prä- und postinterventionelle CT-Dokumentation eines HCC subphrenisch im Segment VIII des rechten Leberlappens. f) Präinterventionelles CT axial in der portalvenösen Phase zeigt den vitalen inhomogenen Tumor mit umgebenden Perfusionsinhomogenitäten g) 14 Mon. post PEIT: Glatt begrenzte und geschrumpfte Tumornekrose in der CT axial in der portalvenösen Phase h) Präinterventionelles CT coronar in der portalvenösen Phase i) 14 Mon. post PEIT: Tumornekrose in der CT coronar in der portalvenösen Phase.

Präinterventionelles CT axial in der portalvenösen Phase   14 Mon. post PEIT
Abb. 1.1. f   Abb. 1.1. g

Präinterventionelles CT coronar in der portalvenösen Phase   14 Mon. post PEIT: Tumornekrose in der CT coronar in der portalvenösen Phase
Abb. 1.1. h   Abb. 1.1. i

Auch Nebenschilddrüsenadenom-Rezidive (Abb. 1.2. a-c) und Osteoidosteome (Abb. 1.3. a-h) lassen sich mit der PEIT erfolgreich behandeln.
Abb. 1.2. a-c: CT- gesteuerte PEIT eines Nebenschilddrüsenadenom-Rezidives. Unmittelbar nach der PEIT kam es zu einer sofortigen Normalisierung des Parathormonspiegels als Ausdruck eines Therapie-Response.



CT- gesteuerte PEIT eines Nebenschilddrüsenadenom-Rezidives  CT- gesteuerte PEIT eines Nebenschilddrüsenadenom-Rezidives   CT- gesteuerte PEIT eines Nebenschilddrüsenadenom-Rezidives
Abb. 1.2. a  Abb. 1.2. b   Abb. 1.2. c

Abb. 1.3. a-e: CT- und DL-gesteuerte PEIT eines Osteoidosteoms im linken Processus articularis inferior LWK 3, welches bislang trotz mehrfachen auswärtigen kernspintomographischen Untersuchungen unerkannt geblieben war und der Patientin seit sechs Monaten unerträgliche und therapeutisch nicht zu beeinflussende Schmerzen bereitet hatte: a) MRT transversal fettgesättigt nach Kontrastmittelgabe b) MRT sagittal fettgesättigt nach Kontrastmittelgabe c) CT transversal d) CT sagittal e) CT coronar f) Durchleuchtungsgesteuerte Intervention am Processus articularis inferior von LWK 3 links g) CT-gesteuerte Intervention von zwei Seiten h) Nach Injektion eines Alkohol-Xylocain-Kontrastmittel-Gemisches trat eine sofortige und dauerhafte Beschwerdefreiheit auf.

MRT transversal fettgesättigt nach Kontrastmittelgabe   MRT sagittal fettgesättigt nach Kontrastmittelgabe   CT coronar
Abb. 1.3. a   Abb. 1.3. b   Abb. 1.3. c

CT transversal   CT sagittal   Durchleuchtungsgesteuerte Intervention am Processus articularis inferior von LWK 3 links
Abb. 1.3. d   Abb. 1.3. e   Abb. 1.3. f

CT-gesteuerte Intervention von zwei Seiten   Nach Injektion eines Alkohol-Xylocain-Kontrastmittel-Gemisches trat eine sofortige und dauerhafte Beschwerdefreiheit auf
Abb. 1.3. g   Abb. 1.3. h